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Biologie
Das Farbenspiel des Tintenfisches PDF Drucken E-Mail

Wenn es im Wald, im Riff oder in der Luft auf die Paarungszeit zugeht, dann drehen die Machos erst mal hohl. „Der Champ bin ich!“, röhrt der Platzhirsch und geht ungestüm auf den Nebenbuhler los. Der Paradiesvogel plustert sich auf und zeigt sein prächtigstes Federgewand. Und der Pavian in der Savanne bleckt seine beeindruckenden Reißzähne.

Auch der Sepiamann markiert seinen Anspruch auf den Harem. In der Paarungszeit schillert sein Körper schöner wie ein Regenbogen. Und das ist nicht nur schön sondern auch schlau. Denn durch dieses Verhalten sendet er Signale an seinen Gegner: „Sieh her, so stark bin ich“ oder „ich kenne keine Gnade“, bedeuten verschiedene Farbkombinationen und andere Zeichen (Anstarrrituale, Gesten, Wedeln mit dem Mantel). Bevor der risikoreiche Zweikampf überhaupt stattfindet, kann der Rivale entscheiden, ob er das Risiko des Duells überhaupt eingehen will – oder nicht lieber doch kneift.

„Solche Rituale kennen wir normalerweise eben nur von Wirbeltieren, im Meer sind sie sehr selten“, weiß Dr. Robert Kroll von der Universität Vancouver. Und: „Das Verhalten dokumentiert die Intelligenz von Tintenfischen. Denn jeder nicht geführte Zweikampf trägt zum Fortbestand der Art und zur genetischen Vielfalt bei.“ Denn: „Der Nebenbuhler findet sicher auch kampflos eine andere.“ H.K.

 


 
Das größte Meeresschutzgebiet der Welt PDF Drucken E-Mail

hawaiiIm Meeresschutzgebiet vor Hawaii leben mehr als 7000 verschiedene Arten, viele davon sind endemisch. Unser Bild zeigt eine Seenadel, eine enge Verwandte des Seepferdchens  (Foto: Käsinger)

Es ist klar: Amerika muss immer das Größte von etwas haben. Das Auto mit dem größten Benzindurst, das höchste einstürzbare Hochhaus, die explosivste Atombombe. Im Falle des Meeresschutzgebietes Papahanaumokuakea Marine National Monument (seltsam, dass das Korrekturprogramm dieses Wort nicht kennt) aber ist das ausnahmsweise einmal positiv, denn auf 1,5 Millionen Quadratkilometern geschütztem Küsten- und Meeresraum leben vor Hawaii mehr als 7000 verschiedene Arten. Vom submarinen Lebewesen über Landbewohner bis hin zu seltenen Meeresvögeln. Etwa ein Drittel davon kommen endemisch vor, sind also ausschließlich hier zu finden.

George W. Bush hat mit rund 375000 Quadratkilometern vor zehn Jahren den Grundstein zum Marine Park gelegt, Barrak Obama hat das Gebiet jetzt vervierfacht. Toll. Denn er musste dazu ausdrücklich seine Exekutivrechte beanspruchen, weil die hawaiianische Inselregierung sowie große Teile der Demokratischen und der Republikanischen Partei dagegen waren. Schade, dass der Friedennobelpreisträger dieses Recht nicht auch in anderen Entscheidungen wahrgenommen hat. H.K.

 
Invasion der Killerkarpfen: Esst die Plage einfach auf! PDF Drucken E-Mail

 

hypophthalmichthys_molitrix_hungaryH.K. Die USA sind im Verlaufe ihrer zugegebenermaßen erst kurzen Geschichte noch nie erobert worden. Während Deutschland sich mit Napoleon plagte und Frankreich später mit Wilhelm, hat man in der sogenannten Neuen Welt einfach die Füße hoch gelegt, sich einen Eimer Popcorn gebrutzelt und das europäische Gemetzel aus der Ferne angesehen. Damit ist jetzt Schluss.

Der Eroberer des nordamerikanischen Kontinents hat keinen großen Namen. Er ist weder Imperator noch Feldherr, weder Regent noch General, er ist einfach nur Fisch. Hypophthalmichthys molitrix sagt die Wissenschaft zu ihm; Silberkarpfen, Amurkarpfen oder Asiatischer Karpfen nennt ihn der gemeine Mann. Molitrix kommt auch nicht mit Panzern und Artillerie, nein, seine Taktik ist eher die des Kampfschwimmers. Lautloses Infiltrieren gegnerischer Flussläufe, sammeln von Kräften – und dann razfatz die Fressattacke gegen Hechte, Aale und Zander. Diese erleiden vernichtende Niederlagen.

Und jetzt mal im Ernst: Der Asiatische Karpfen wurde in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts aus zwei Gründen nach Europa und vor allem Amerika importiert. Des Umweltschutzes und seines Fleisches wegen.

Die Fische sind gefräßige Algen-, Plankton- und Fischfresser. Da 1970 bei uns in Europa und auch in den USA die Flüsse und Seen wegen der vielen Schmutzeinleitungen kräftig eutrophierten, hoffte man, dass der asiatische Allesfresser unsere Flüsse einfach sauber futtern würde. Dabei sollte er schön dick und rund werden, sodass ihn schließlich der Mensch selbst auf den Grill expedieren könne.

Eine fatale Fehleinschätzung. Seine Bedeutung als Umweltfaktor erwies sich als vernachlässigbar gering. Die Süßgewässer wurden seinetwegen nicht sauberer. In Amerika geschah dann die Katastrophe. Einige Exemplare entkamen aus einer Fischfarm am Mississippi und breiteten sich aus. Über den Missouri, verbindende Kanäle, Seen und Bäche. Aktuell steht Molitrix vor der Eroberung der Großen Seen, dem größten Süßwassersystem der Welt. Sollte ihm das gelingen (und es sieht ganz danach aus), wird sich eine ökologische Katastrophe abspielen.

Der Asiatische Karpfen hat keine Feinde. Kein heimischer Fisch ist ihm gewachsen. Er wächst rasend schnell und wird dabei rund 45 Kilogramm schwer. Dazu ist er äußerst schreckhaft. Geräusche und Druckwellen scheuchen ihn auf und dann springt der Koloss bis zu vier Meter hoch aus dem Wasser. Da der Karpfen in riesigen Schwärmen aufzutreten pflegt, schreckt er seine Kumpels mit auf und die Luft ist dann erfüllt von Fischschwärmen. Fischer tragen deshalb mittlerweile Sturzhelme, wenn sie die amerikanischen Flüsse befischen. Die Trefferquote, die der Fisch an Fischköpfen, Hälsen, Schultern und Brustkörben erzielt, ist recht hoch. Beulen und Blutergüsse sind die harmlosen Folgen, schwere Gehirnerschütterungen und Rippenbrüche gibt es auch.

Die Großen Seen stellen ein einzigartiges Ökosystem dar. Sollte es dem Eindringling gelingen, dort hin zu gelangen, wird er auch dort, wie schon im Illinois River, Tabularasa machen. Der Illiois River ist der Fluss mit der höchsten Karpfendichte der Welt.

Täglich muss Molitrix 40 Prozent seines Körpergewichts fressen. Das tut er mit Lust. Mit Lust pflanzt er sich auch fort, er gilt als Rekordreproduzierer unter den Süßwasserbewohnern. Das ist es, was die Spezies so robust sein lässt.

Die Amis wären nicht die Amis, wenn sie dem Eindringling nicht mit aggressiver Gewalt entgegen träten. Die Army wurde beauftragt, sich der Plage mit mititärischen Mitteln anzunehmen. Sie tut es mit Sprengstoff, Hochspannung und Ultraschall. Nichts hilft. Die Bevölkerung schreckt die Fische auf und wenn sie springen, angeln sie mit Keschern nach ihnen. So werden zwar Tonnen von Karpfen gefangen, indes, es ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Die sportlichste jedoch auch ineffektivste Fangmethode ist die: Ein wie ein Ritter gekleideter Wasserskifahrer cruist über den Fluss. Er trägt einen Dreizack, der Poseidon neidisch gemacht hätte. Damit sticht er im Fahren nach den aufgescheuchten Fischen. Und ist dabei mehr oder eher weniger erfolgreich.

Aufgescheucht ist man mittlerweile auch im Weißen Haus. Die heimische Fischereiindustrie, die die Großen Seen befischt, schlug Alarm. Die effektivste Methode, dem Killerkarpfen den Zutritt in die Großen Seen zu verwehren ist die Schließung des Verbindungskanals vom Illinois River zum Michigansee – einer der wirtschaftlich wichtigsten Kanäle der Welt. Und das soll so gehen: Im Osten, kurz vor dem Chicagoer Binnenhafen, entsteht eine wuchtige Betonbarriere im Kanal. Ebenso im Westen, Richtung des Illinois River. Dazwischen trocknet der Kanal auf einigen Metern aus. Verbunden werden die beiden Betonsperren durch eine aufwändige Krananlage, die Schiffe entlädt und auf der jeweils anderen Seite wieder andere Schiffe belädt. Der Vorteil: Das wäre eine sehr effektive Methode, dem Karpfen den Weg abzuschneiden. Die vielen Nachteile: Nach Expertenmeinung sind schon Hunderte von Molitrix in die Großen Seen vorgerückt. Ohnehin würde das Bauvorhaben rund 25 Jahre dauern und ebenso viele Milliarden Dollars verschlingen. Ob der Fisch so lange seine Invasionspläne auf Eis legt, ist fraglich. Außerdem hat er zwischenzeitlich einen wichtigen juristischen Streit gewonnen: Das Oberste Bundesgericht wies eine Klage des Staates Michigan gegen den Staat Illlinois ab, die diesen verpflichten sollte, den Kanal zu schließen.

Eine andere Strategie hat sich Präsidentenberater Mario Fuccini ausgedacht. Als Amerikaner mit italienischen Wurzeln will er die Sache kulinarisch lösen: „Esst die Plage doch auf!“, fordert er von seinen Landsleuten. In der Tat hat diese Idee etwas für sich. Der Mensch ist derzeit ohnehin dabei, allen Lachsen, Tunen, Heringen und Dorschen den Garaus zu machen. Wie wäre es also, jene einfach in Ruhe zu lassen und den Asiatischen Karpfen auszurotten? Das wäre doch mal ein gutes Werk.

Das Problem liegt ganz einfach im fragwürdigen Geschmack des Fisches. So richtig scheint er wirklich nicht zu schmecken. Allenfalls als Sperrholzfisch im Sinne einer Fischboulette scheint er zu taugen, den originalen Gout hinter vielen Gewürzen, Geschmacksverstärkern und chemischen Saucen versteckt. Man könnte aus Molitrix auch Fischfutter für wirklich wertvollen Zuchtfisch machen. An jene Lösung scheint noch niemand gedacht zu haben. Jedenfalls ist eine intensive Befischung durch Fangflotten weit und breit nicht in Sicht. Also ist entweder der Leidensdruck der Betroffenen noch nicht hoch genug oder man hat das Ausmaß des Dramas noch nicht erfasst oder man nimmt es in typisch amerikanischer Weise einfach nicht ernst. Einen Film dazu finden Sie unter der Rubrik Videos, hier klicken.

Foto: Harko Akas/Wikipedia
 
Pygmäen-Seepferdchen PDF Drucken E-Mail

05 bargi_rotDie bucklige Verwandtschaft

Von Paul Munzinger

Seit einiger Zeit ist die Insel Kri in West Papua der Geheimtipp für Freunde von Pygmäen-Seepferdchen. Kein Wunder, dort wurden bereits fünf verschiedene Arten entdeckt.

Bargi Banti ist außer sich, er hat sie mal wieder als erster gesehen: „Volle Deckung, Denise! Taucher im Anmarsch“, schreit er der zierlichen hübschen Cousine nebenan zu, auf die er schon lange ein Auge hat. Ganz und gar Kavalier thront er auf seiner roten Gorgonie, um von Denise abzulenken, so dass diese Zeit findet, sich im Korallengewirr ordentlich zu tarnen. Ihn finden sie sowieso immer, damit hat er sich längst abgefunden. Seine Existenz hatte man schon vor vielen Jahren entdeckt, aber lange konnte er sich gut tarnen, so dass es den Blasenmachern schwer fiel, ihn aufzustöbern. Doch heute ist ein wirklich rabenschwarzer Tag, denn alle Tauchführer sind wieder aus ihrem Urlaub zurück und so richtig gut drauf. 

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Korallen PDF Drucken E-Mail
82Lebende Steine
Von Uli Erfurth

Ohne Steinkorallen gäbe es keine bunten Riffe in Palau, keine 4000 Fischarten, die sich weltweit in tropischen Unterwassergärten tummeln und wohl auch ein paar Millionen Urlaubstaucher weniger. Dabei führen diese bemerkenswerten Riffarchitekten ein weitgehend unbeachtetes Leben.
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Quallen PDF Drucken E-Mail
s66_qualleGelatinealarm!
Von Heinz Käsinger (Text) und Paul Munzinger (Foto)

Die beiden tödlichen Quallenarten sind die Würfelqualle (Seewespe)
und die Staatsqualle (Portugiesische Galeere). Aber es muss ja nicht gleich Todesgefahr sein, die Begegnung mit einer respektablen Schrimqualle reicht auch und kann ganz schön unangenehm sein.
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Der Rote Sumpfkrebs PDF Drucken E-Mail

Feindliche Übernahme

DSC_0425 Von Daniel Brinckmann

Auch die biologische Gesellschaft wandelt sich: Nach dem Sonnenbarsch, der Chinesischen Wollkrabbe und dem Ochsenfrosch wird auch der Rote Sumpfkrebs in Mitteleuropa heimisch. Und weil selbst die Biologen vom „Pilotprojekt Edelkrebs“ nicht überall sein können, setzen sie auf die Hilfe interessierter Taucher.  

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