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Biologie
Sensationsfund am Bodensee PDF Drucken E-Mail

Das Limnologische Institut der Universität Konstanz ist an der Erforschung des ersten Höhlenfisches Mitteleuropas beteiligt.

Wenige Tiere leben so versteckt wie die, die unter der Erde zu Hause sind. Doch es gibt auch in Europa eine reiche Fauna in Höhlen, im Boden und im Grundwasser, die kaum jemand kennt. Fische waren bisher aber keine darunter. Obwohl Höhlenfische von anderen Kontinenten bekannt sind, fehlten diese in Europa. Die Wissenschaft hat viel darüber spekuliert, warum dies so ist. Nun hat ein Team aus Höhlentauchern und Forschern der Universitäten Konstanz und Oldenburg/Max-Planck Institut für Evolutionsbiologie Plön sowie des Leibniz-Instituts für Gewässerschutz und Binnenfischerei Berlin den ersten Höhlenfisch Europas entdeckt.

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Charles Darwin: Der Mann, der Gott entthronte PDF Drucken E-Mail
Vergangenes Jahr wäre Charles Darwin 200 Jahre alt geworden und seine Evolutionstheorie wurde vor 150 Jahren veröffentlicht. ATLANTIS würdigt in diesem Artikel nicht nur den Wissenschaftler sondern bemüht sich, auch den Menschen Darwin zu zeigen.H.K.
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Die Ostseefauna verändert sich dramatisch PDF Drucken E-Mail

tuemmler(Foto: NASA Mediaarchiv) Seit über einem Jahr schon schwimmen die beiden Großen Tümmler Selfy und Delfy in der Ostsee herum und entzücken die Badegäste. Sie nehmen tatsächlich Kontakt mit dem Menschen auf und lassen sich streicheln und fotografieren.Auch in der Kieler Förde tummelt sich ein Delfin und weiter östlich, zwischen Rügen und Usedom, hält sich ein rund zehn Meter langer Buckelwal auf.

Doch das ist nur das, was man auch auf den ersten Blick sieht. Wer sich mit Kleintieren auskennt und die Möglichkeit hat, abzutauchen, der bemerkt einen unscheinbaren Bodenfisch, die Schwarzmeergrundel. Und im Freiwasser treibt eine besondere Art der Rippenquallen. Beide Tiere sind, wohl im Bilgewasser von Schiffen, in die Ostsee eingeschleppt worden, weshalb man von Invasivarten spricht. Ursprünglich waren die beiden Immigranten nur im Schwarzen-, im Asowschen- und im Kaspischen Meer heimisch.

Die fremden Arten gedeihen prächtig. Wenngleich auch der Klimawandel nicht für die Verbreitung der fremden Arten verantwortlich ist, so begünstigt er doch deren Fortbestand. Experten des Leibnitz-Instituts für Ostseeforschung in Warnemünde haben einen Anstieg der Oberflächentemperatur um rund 1,5 °C festgestellt und schätzen, dass sich die Temperatur im laufenden Jahrhundert auf bis zu vier °C erhöhen könnte.

Zurück zu den Meeressäugern. Ob diese auf Dauer in der Ostsee heimisch werden können, hängt von einigen Faktoren ab. So stellen Wissenschaftler fest, dass sich Wale und Delfine auch in der der Ostsee benachbarten Nordsee rapide vermehren. Dort bilden sie schon komplette Familien aus mit männlichen, weiblichen und juvenilen Tieren. In der Ostsee haben sich bislang nur Männchen blicken lassen. Die bleiben auf Dauer nur, wenn auch Weibchen nachkommen.

Ein weiterer Knackpunkt der Ostsee ist, dass sie im Winter oft zufriert, was dauerhafte Säugerpopulationen unmöglich macht – diese müssen als Lungenatmer regelmäßig auftauchen, um Luft zu holen. Dazu kommt, dass Großwale ausdauernde Wandertiere sind und die Ostsee liegt nicht an deren bevorzugten Strecken.

Was Delfine anbelangt, sind die Forscher sich trotzdem fast sicher, dass sie das Hausmeer der Deutschen als dauerhafte Heimat akzeptieren, denn mit Dorsch, Barsch und Hering steht auch genügend Nahrung zur Verfügung. Bei Großwalen aber sind die Wissenschaftler skeptisch. Der Buckelwal vor Usedom wird wohl die Ausnahme bleiben. Heinz Käsinger

 
Der Huchen - Donaulachs PDF Drucken E-Mail

gross1(Bild: Der Donaulachs kommt in Europa ausschließlich in der Donau und seinen Bebenflüssen vor. Dieses Prachtexemplar wohnt in der Traun bei Viechtach. Foto: Hayek)

Mit mehr als einem Meter maximaler Länge und einem Höchstgewicht von 50 Kilogramm gehört der Huchen, auch Donaulachs genannt, zu den größten heimischen Fischarten. Es wäre verwunderlich, wenn nicht auch er höchst gefährdet wäre. Der Fisch liebt schnell fließende, sauerstoffreiche und klare Gewässer, in denen er räuberisch lebt. Seine Bestände gehen deshalb schon seit dem 19. Jahrhundert zurück, denn die fortschreitende Industrialisierung und die explosionsartig gewachsene Bevölkerung verschmutzten die angestammten Gewässer des Fisches erheblich. Das hat sich seit den 1980er Jahren zwar drastisch gebessert, nun aber macht dem Fisch die zunehmende Verbauung der Flüsse und Ströme durch Wasserkraftwerke, Wehre und Dämme zu schaffen.

Huchen gehören zu den Lachsartigen. Er wird mit rund vier Jahren geschlechtsreif, das weibliche Tier legt tausende befruchteter Eier in flache Kiesmulden, wo es nach durchschnittlich 30 Tagen dann vor frisch geschlüpften Larven nur so wimmelt. Der Huchen ist ein Wanderfisch. Da die Verbauung der Gewässer eine Laichwanderung unmöglich macht, droht der Fisch in den kommenden Jahren auszusterben. Auch künstlicher Besatz aus Zuchten hilft ihm nicht viel, denn sein angestammter Lebensraum hat sich verändert. Nur konsequente Renaturierungsmaßnahmen werden den Huchen in der Donau und seinen Nebenflüssen wieder heimisch machen.

Der „Fisch des Jahres“ wird jedes Jahr vom Bundesamt für Naturschutz, dem Anglerverband und dem VDST gewählt. Die Bevölkerung soll durch diese Maßnahme auf die Gefährdung vieler heimischer Fischarten durch menschliches Verhalten aufmerksam gemacht werden.

 
Kraken profitieren vom Klimawandel PDF Drucken E-Mail

oktoH.K. Ob Riesenkrake, Kalmar, Sepia oder hundsgemeiner Oktopus: Die Wirbellosen, die die Wissenschaft Cephalopoden nennt, profitieren vom Klimawandel. Während Wale unter zunehmender Lärmbelästigung leiden, Schwefelsäure die Panzer der Schalentiere auflöst und sich Schildkröten heillos im Plastikmüll verstricken, fühlen sich die Acht- oder Zehnbeiner zunehmend wohl in den Weltmeeren. Das geht aus einer Langzeitstudie hervor, die Meeresbiologen der Universität von Adelaide begleiten. 35 Kopffüßer stehen unter besonderer Beobachtung der Wissenschaft und deren Studie beweist: Die sympathischen Tausendsassas kommen heute rund drei Mal so oft im Meer vor, wie noch 1953.

doubleday„Im Ökosystem der Meere geschieht ganz offensichtlich etwas, das den Tintenfischen gefällt“, kommentiert Studienleiterin Zoë Doubleday (rechts im Bild) das Geschehen. Eine Einflussgröße ist vermutlich die Temperatur. Als wechselwarme Tiere fühlen sich die Kopffüßer im wärmer werdenden Wasser immer wohler. Die Tiere werden agiler, schneller. So entkommen sie Fressfeinden besser. Auch der Fortpflanzungstrieb steigt. Da Oktopusse nur ein bis vier Jahre alt werden, reproduzieren sie sich öfters und passen sich durch die natürlichen Zuchtwahlkriterien schneller an Veränderungen an. Dazu, so Doubleday, käme ihre Schläue. Dank ihrer Intelligenz finden sie schnelle und effektivere Lösungen für Veränderungen.

Die Hauptursache für die Vermehrung dieser Wirbellosen liegt jedoch darin, dass ihre Feinde immer weniger werden. Pottwale dezimieren die Bestände der Riesenkraken nicht mehr, in Nord- und Ostsee fischen Menschen Kabeljau, Dorsch und Seehecht zu Tode – alles Feinde der hier lebenden Sepien. Die Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht sind enorm: Während in den 1970er Jahren jeder zehnte Fang ein Tintenfisch zu finden war, ist es heute jeder dritte.

Quellen: Univ. Adelaide, Australien

 
Mikroalgen – kommerziell produziert PDF Drucken E-Mail

algenH.K. (Bild) Bioreaktor-Pilotanlage des Fraunhofer IGB in Leuna: Die Produktion von Mikroalgen ist aufwändig und teuer. Bislang konzentrierte man sich in USA und Fernost auf die Herstellung des natürlichen Rohstoffes für Biodiesel, Nahrungsergänzung und Biodünger

Seien es Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetika oder Biodiesel: Mikroalgen dienen als Ausgangsstoff für viele Substanzen. In einer neuen vollautomatischen Pilotanlage von Fraunhofer in Leuna können sie nun in großem Maßstab quasi künstlich produziert werden: Die Algenkonzentration in diesen Reaktoren ist fünfmal so hoch wie in üblichen Modellen. Natürlich entstandene Algen aus natürlichen Gewässern brauchen so nicht mehr ausgefiltert zu werden – Umwelteingriffe werden unnötig. Mikroalgen sind wahre Tausendsassas: Einige von ihnen bilden beispielsweise viel Omega-3-Fettsäuren aus, die für den menschlichen Körper lebenswichtig sind – und dienen als Ausgangsstoff für entsprechende Nahrungsergänzungsmittel. Viele der Algen-Inhaltsstoffe kommen auch in Kosmetikprodukten vor, etwa der rote Farbstoff Astaxanthin aus der Alge Haematococcus pluvialis. Andere Mikroalgen wiederum produzieren Öle oder Stärke, aus denen Biodiesel, Ethanol oder Biogas hergestellt wird. Ihre Fertigung ist bislang fest in amerikanischer, israelischer und asiatischer Hand – denn in Europa gibt es nur wenige kommerzielle Produktionsanlagen. In Asien werden die Wasserpflanzen meist in Freilandteichen gezüchtet. Doch die Menge der Algen, die sich aus einem Teich schöpfen lässt, ist begrenzt. Denn die Algen benötigen Licht, um zu wachsen – und das gibt es nur an der Oberfläche. Zudem besteht bei offenen Anlagen immer die Gefahr, dass die Algen mit anderen Mikroorganismen kontaminiert werden.

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„Dorie“ bringt Doktorfische in Gefahr PDF Drucken E-Mail

doktorfischDer Paletten-Doktorfisch ist ein schöner Fisch. An einem dunkelblauen Körper leuchten gelbe Flossen und an der Seite prangt ein interessantes schwarzes Muster. Dazu bewegt er sich in der Umgebung bunter Korallenriffe. Nicht zuletzt deshalb haben ihn die Animationskünstler von Hollywood als Titel gebende Hauptfigur im Zeichentrickfilm „Findet Dorie“ ausgewählt. Dorie leidet unter Gedächtnisschwund und versucht, ihre Familie wieder zu finden. Daraus entwickeln sich meist harmlose Abenteuer und das Happy End ist abzusehen. Für Kinder, halt.

Kein Happy End gibt es aber für manch richtigen Doktorfisch, der sich in den Riffen der Philippinen, Indonesiens oder der Malediven (noch) seines Lebens freut. Denn in Aquarianerkreisen ist der Paletten-Doktorfisch, wegen des Films, zum Liebling avanciert. Um mehr als 800 Prozent ist die Nachfrage nach dem nachtblauen Fisch in die Höhe geschnellt, seit der Film im Sommer in Amerika und im Herbst in Europa in die Kinos kam.

Doktorfische heißen Doktorfische, weil sie hinten am Körper, kurz vor der Schwanzflosse, einen skalpellförmigen Auswuchs haben. Sie werden 30 bis 40 Zentimeter lang und bis zu 1,3 Kilogramm schwer. Dabei gilt der Rifffisch unter Aquarianern als schwierig. Ein einzelnes Exemplar braucht mindestens ein 1000-Liter-Becken, zwei oder drei Fische entsprechend mehr. Der Doktorfisch pflanzt sich in Gefangenschaft nicht fort. Wer einen will, muss diesen aus Wildfängen kaufen und die Jäger in den Tropenriffen sind dabei nicht zimperlich: Sie betäuben die Fische mit Cyanid, um sie fangen zu können. Cyanide sind die Salze der Blausäure, ein hoch giftiges Präparat, das verheerende Umweltschäden in den Riffen anrichtet. Da 80 bis 90 Prozent der gefangenen Fische den Transport nicht überlebt (schwere Organschäden wegen des Cyanids), müssen die Jäger entsprechend mehr Fische sammeln. Und das tun sie gerade mehr als fleißig, jedenfalls mehr, als es den Doktorfischbeständen guttut. Hollywoodfilme haben schon früher zum Raubbau der Meere beigetragen. 2003 hat der Film „Findet Nemo“ eine verstärkte Nachfrage auf Anemonenfische hervorgerufen. In manchen Riffen Südostasiens war der putzige Geselle nahezu verschwunden. Und Stephen Spielbergs „Der Weiße Hai“ hat Mitte der 1970er Jahre eine brutale Treibjagd auf Haie hervorgerufen. Sowohl Peter Benchley, der geistige Vater des Films, wie auch sein Regisseur Spielberg waren von dieser Folge mehr als betroffen. Beide sagten damals unisono, dass dieser Film so nicht gedreht worden wäre, wenn sie das früher gewusst hätten. Text: Heinz Käsinger, Foto: DerHans04/Wikimedie Creative Commos

 
Das Farbenspiel des Tintenfisches PDF Drucken E-Mail

Wenn es im Wald, im Riff oder in der Luft auf die Paarungszeit zugeht, dann drehen die Machos erst mal hohl. „Der Champ bin ich!“, röhrt der Platzhirsch und geht ungestüm auf den Nebenbuhler los. Der Paradiesvogel plustert sich auf und zeigt sein prächtigstes Federgewand. Und der Pavian in der Savanne bleckt seine beeindruckenden Reißzähne.

Auch der Sepiamann markiert seinen Anspruch auf den Harem. In der Paarungszeit schillert sein Körper schöner wie ein Regenbogen. Und das ist nicht nur schön sondern auch schlau. Denn durch dieses Verhalten sendet er Signale an seinen Gegner: „Sieh her, so stark bin ich“ oder „ich kenne keine Gnade“, bedeuten verschiedene Farbkombinationen und andere Zeichen (Anstarrrituale, Gesten, Wedeln mit dem Mantel). Bevor der risikoreiche Zweikampf überhaupt stattfindet, kann der Rivale entscheiden, ob er das Risiko des Duells überhaupt eingehen will – oder nicht lieber doch kneift.

„Solche Rituale kennen wir normalerweise eben nur von Wirbeltieren, im Meer sind sie sehr selten“, weiß Dr. Robert Kroll von der Universität Vancouver. Und: „Das Verhalten dokumentiert die Intelligenz von Tintenfischen. Denn jeder nicht geführte Zweikampf trägt zum Fortbestand der Art und zur genetischen Vielfalt bei.“ Denn: „Der Nebenbuhler findet sicher auch kampflos eine andere.“ H.K.

 


 
Das größte Meeresschutzgebiet der Welt PDF Drucken E-Mail

hawaiiIm Meeresschutzgebiet vor Hawaii leben mehr als 7000 verschiedene Arten, viele davon sind endemisch. Unser Bild zeigt eine Seenadel, eine enge Verwandte des Seepferdchens  (Foto: Käsinger)

Es ist klar: Amerika muss immer das Größte von etwas haben. Das Auto mit dem größten Benzindurst, das höchste einstürzbare Hochhaus, die explosivste Atombombe. Im Falle des Meeresschutzgebietes Papahanaumokuakea Marine National Monument (seltsam, dass das Korrekturprogramm dieses Wort nicht kennt) aber ist das ausnahmsweise einmal positiv, denn auf 1,5 Millionen Quadratkilometern geschütztem Küsten- und Meeresraum leben vor Hawaii mehr als 7000 verschiedene Arten. Vom submarinen Lebewesen über Landbewohner bis hin zu seltenen Meeresvögeln. Etwa ein Drittel davon kommen endemisch vor, sind also ausschließlich hier zu finden.

George W. Bush hat mit rund 375000 Quadratkilometern vor zehn Jahren den Grundstein zum Marine Park gelegt, Barrak Obama hat das Gebiet jetzt vervierfacht. Toll. Denn er musste dazu ausdrücklich seine Exekutivrechte beanspruchen, weil die hawaiianische Inselregierung sowie große Teile der Demokratischen und der Republikanischen Partei dagegen waren. Schade, dass der Friedennobelpreisträger dieses Recht nicht auch in anderen Entscheidungen wahrgenommen hat. H.K.

 
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