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Samstag, 27. Mai 2017

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Unterhaltung: Kurzgeschichten/Rätsel
Nicht ums Verrecken PDF Drucken E-Mail

heinz kaesingerEine Kurzgeschichte von Heinz Käsinger

(Aus ATLANTIS Heft 01/12, Bestellung unter Service: Heftbestellung)

„Hast du ‘n Joint?“ Britta sah mich mit den braunen Augen eines Dobermannes an, bereit zuzuschnappen. Nur kein falsches Wort jetzt, drohte der Unterton ihrer Stimme. Ich wühlte in meiner Umhängetasche. In einem Seitenfach fand ich schließlich meinen Tabak und das Stanniolpapier mit dem Hasch. Ein neues, billiges Plastikfeuerzeug quietschte mich mit seinem makellosen Sonnengelb an und ging mir auf die Nerven.

Ich warf ihr die Sachen zu und verschwand in der Hütte, die unsere Tauchbasis hätte werden sollen. Vor meiner Abreise wollte ich noch etwas dösen. Ich schmiss mich auf die Matratze, die Schimmel angesetzt hatte und nach Dreck und Moder und Schweiß stank. Die Matratze in der leeren Bruchbude war alles, was von unserem Traum vom Leben im Paradies übrig bleiben sollte.

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Jeder Mensch muss ein Ziel haben PDF Drucken E-Mail

heinz kaesingerEine Kurzgeschichte von Heinz Käsinger

(Aus ATLANTIS Heft 04/11, Bestellung unter Service: Hefbestellung)

Am zweiten Tag seines Martyriums begann Tom zu schwimmen. Am Vortag war er von einem Strömungstauchgang hoch gekommen und das Taucherschiff war weg. Zuerst bekam er einen Schreck, dann blies er eine grell gefärbte Signalboje auf, ließ sich treiben und hoffte, dass der Skipper ihn finden würde. Im Verlauf der kommenden Stunden dachte Tom an nichts Besonderes. Aber er wurde langsam nervös und, als der Hunger kam, wütend.

Am Nachmittag verließ ihn vorübergehend die Hoffnung. Doch als er Rotorgeräusche hörte, wusste er, dass man nach ihm suchte. Obwohl der Hubschrauber viel zu weit weg war, wedelte er mit seiner Boje, die, wie peinlich, einem Riesenpenis glich, in der Luft herum. Die Stunden zogen sich quälend. Zwar hing er in seiner Tarierweste sicher im Wasser aber die Angst kam wie ein Dämon als die Hitze ihm zusetzte. Tom tauchte immer öfters seinen dunklen Lockenkopf ins Wasser, um sich Kühlung zu verschaffen.

Plötzlich kam der Durst. Nur kein Salzwasser trinken, das würde die Situation noch verschlimmern. Gegen Abend dachte er an seine Freundin und zum ersten Mal an diesem Tag verzweifelte er so, dass ihm die Tränen kamen. Dann wurde es Nacht. Es sollte die längste seines Lebens werden.

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Des Todes eisige Hand PDF Drucken E-Mail
heinz kaesingerEine Kurzgeschichte von Heinz Käsinger
 
(Auszug aus dem Buch 'Requiem unter Palmen', Bestellung unter Service: Bücher)
 
Commander Sam Dillinger, 45 Jahre alt, geboren in Savannah, Gerorgia, ist ein erfahrener Kommandant. Wenn es so etwas wie eine Bilderbuchkarriere in der Hierarchie der US-Marine gibt, dann ist es seine. Seit 1980 dient er in Amerikas Nordatlantikflotte, seit 1983 auf einem Unterseeboot. 1985 vertraute man ihm das Kommando auf der Philadelphia, einem Unterseeboot der Los-Angeles-Klasse, an, 1994 wurde er Erster Offizier auf der America, dem modernsten Atom-Unterseeboot der Vereinigten Staaten. 1996 übernahm er dessen Kommando. Dillinger gilt bei seinen Untergebenen als Autorität. Nicht wegen seiner Strenge, im Gegenteil. Commander Dillinger ist seinen Matrosen und seinen Dienstgraden gegenüber eher milde. Streit schlichtet er gerecht und ohne Ansehen des Rangs. Kleine Vergehen ahndet er ohne Aufhebens. Größere und große Vergehen aber konsequent bis gnadenlos, jedoch ohne das Marinekommando zu informieren. Dies tut er erst bei wiederholten schweren Vergehen.
Der Kommandant des Atom-Unterseebootes verlangt nichts von seinen Soldaten, was er nicht selbst getan hätte. Deshalb, und nicht nur deshalb, bewundert ihn seine Crew. Darüber hinaus aber navigiert er sein Schiff bei dunkelster Nacht und im dichtestem Nebel scheinbar spielerisch nach Portsmouth/New Hampshire, dem Heimathafen. Und später zentimetergenau an den zugewiesenen Pier. Selbst um zwei Uhr Nachts: Commander Dillinger ist sich nicht zu fein, selbst Hand an eine zugeworfene Leine zu legen. Er verlässt, wie man es von ihm erwartet, als letzter das Boot. Und er ist der erste, der es jeden Tag wieder betritt. Kurz: Dillinger lebt seine Autorität. Und zwar dergestalt, dass nicht nur seine Untergebenen, sondern auch seine Vorgesetzten im Pentagon ihn schätzen.
Welche Schande, so einen fähigen und beliebten Mann vom aktiven Dienst auf See abzuziehen und in irgend eine Schreibstube an Land zu befördern – in den Rang eines Flotillenadmirals. Tatsächlich würde das bevorstehende Manöver im Nordmeer der letzte Einsatz Dillingers auf See sein. Beim Einlaufen in den Hafen von Portsmouth würde er seine Bordpantoffeln traditionsgemäß ins Meer werfen und die vollzählig angetretene Mannschaft würde ihre blauen Paradeuniformen tragen und applaudieren.

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