Atlantis Magazin
Advertisement
Montag, 6. September 2010

Home arrow Unterhaltung: Kurzgeschichten/Rätsel
HomeKontaktImpressumHaftungsausschluss
     

Aktuelles Magazin

atlantistitel_3-10.jpg

Benutzer Login






Passwort vergessen?

Advertisement

Unterhaltung: Kurzgeschichten/Rätsel
Des Todes eisige Hand PDF Drucken E-Mail
Eine Kurzgeschichte von Heinz Käsinger
 
(Auszug aus dem Buch 'Requiem unter Palmen', Bestellung unter Service: Bücher)
 
Commander Sam Dillinger, 45 Jahre alt, geboren in Savannah, Gerorgia, ist ein erfahrener Kommandant. Wenn es so etwas wie eine Bilderbuchkarriere in der Hierarchie der US-Marine gibt, dann ist es seine. Seit 1980 dient er in Amerikas Nordatlantikflotte, seit 1983 auf einem Unterseeboot. 1985 vertraute man ihm das Kommando auf der Philadelphia, einem Unterseeboot der Los-Angeles-Klasse, an, 1994 wurde er Erster Offizier auf der America, dem modernsten Atom-Unterseeboot der Vereinigten Staaten. 1996 übernahm er dessen Kommando. Dillinger gilt bei seinen Untergebenen als Autorität. Nicht wegen seiner Strenge, im Gegenteil. Commander Dillinger ist seinen Matrosen und seinen Dienstgraden gegenüber eher milde. Streit schlichtet er gerecht und ohne Ansehen des Rangs. Kleine Vergehen ahndet er ohne Aufhebens. Größere und große Vergehen aber konsequent bis gnadenlos, jedoch ohne das Marinekommando zu informieren. Dies tut er erst bei wiederholten schweren Vergehen.
Der Kommandant des Atom-Unterseebootes verlangt nichts von seinen Soldaten, was er nicht selbst getan hätte. Deshalb, und nicht nur deshalb, bewundert ihn seine Crew. Darüber hinaus aber navigiert er sein Schiff bei dunkelster Nacht und im dichtestem Nebel scheinbar spielerisch nach Portsmouth/New Hampshire, dem Heimathafen. Und später zentimetergenau an den zugewiesenen Pier. Selbst um zwei Uhr Nachts: Commander Dillinger ist sich nicht zu fein, selbst Hand an eine zugeworfene Leine zu legen. Er verlässt, wie man es von ihm erwartet, als letzter das Boot. Und er ist der erste, der es jeden Tag wieder betritt. Kurz: Dillinger lebt seine Autorität. Und zwar dergestalt, dass nicht nur seine Untergebenen, sondern auch seine Vorgesetzten im Pentagon ihn schätzen.
Welche Schande, so einen fähigen und beliebten Mann vom aktiven Dienst auf See abzuziehen und in irgend eine Schreibstube an Land zu befördern – in den Rang eines Flotillenadmirals. Tatsächlich würde das bevorstehende Manöver im Nordmeer der letzte Einsatz Dillingers auf See sein. Beim Einlaufen in den Hafen von Portsmouth würde er seine Bordpantoffeln traditionsgemäß ins Meer werfen und die vollzählig angetretene Mannschaft würde ihre blauen Paradeuniformen tragen und applaudieren.

Um weiterzulesen, bitte registrieren, …
 
Tod im Stollen PDF Drucken E-Mail

Eine Kurzgeschichte von Heinz Käsinger

(Auszug aus dem Buch 'Requiem unter Palmen', Bestellung unter Service: Bücher)

»Plan your dive and dive your plan.« An diese bewährte amerikanische Tec-Diver-Regel würden sich Günter Spengler und Fritz Weller bedingungslos halten. Denn was sie vorhatten, war kein gewöhnlicher Abstieg. Geplant war ein Höhlentauchgang auf 39 Meter Tiefe bis zum ersten Syphon der schwäbischen Fechtquelle.
Und so standen die beiden jetzt am Rand eines glasklaren Teiches am Fuße einer niedrigen Kalksteinwand. Linker Hand bahnte sich ein schmales Rinnsal weg aus dem Quelltopf, um später zu einem ansehnlichen Flüsschen, der Fecht, heranzuwachsen.
Die beiden waren schon oft weit in diesen Berg hinein vorgedrungen. Aber heute sollte es ein Lusttauchgang ohne besonderen Streß werden. Deshalb würde man am ersten Syphon umdrehen und langsam den Rückweg antreten. Nach seiner Mündung im Teich verlief der Stollen nahezu senkrecht nach unten. Der Syphon in 39 Metern Tiefe markierte das Ende des Einstiegsbereiches.
»Wir fallen ohne Stopp direkt nach unten durch. Wir haben dann noch nicht einmal ein Viertel unseres Luftvorrates verbraucht«, meinte Günter.
»Wenn wir dann unmittelbar mit dem Aufstieg beginnen, hast Du im oberen Teil jede Menge Zeit, Deine Aufnahmen zu schießen«, ergänzte Fritz zustimmend. »Und meinen Astralkörper als Modell bekommst Du kostenlos aufs Bild.«
In der Tat zeigte sich der Eingangsbereich der Fechtquelle besonders fotogen. Dieser Teil der Höhle musste früher trocken gelegen haben. Denn in ausladenden Nischen und Spalten des Ganges hatten sich Tropfsteine gebildet. Und die würde Günter Spengler später mit seiner neuen Kamera fotografieren. Jeder der beiden Taucher hatte alles dabei, was an Ausrüstung für einen Höhlentauchgang gebraucht wird.
»Können wir nicht das eine oder andere Stück hierlassen?«, stöhnte Günter. »Ich komm‘ sonst mit meiner Kamera nicht klar.«
Weller und Spengler legten gemeinsam eine Reihe von Ausrüstungsgegenständen fest, die im Auto bleiben konnten, ohne dass die Sicherheit darunter litt. Trotzdem sahen die beiden aus wie einem Science-Fiction-Film entsprungen, als sie im Wasser verschwanden.

Um weiterzulesen, bitte registrieren, …
 

Advertisement

© 2010 Atlantis Magazin